Polderfischen - Hechtangeln für Ausdauernde

 

Polder-Potential

Tradition verpflichtet – unter diesem Motto besuche ich mit ein paar Freunden alljährlich die Polder in Nordholland, um auf Hecht zu fischen.

Die Angelei an den relativ kleinen Entwässerungsgräben und Kanälen stellt ganz besondere Ansprüche an Gerät und Angler, die mich jedes Jahr aufs Neue reizen. Außerdem ist die Durchschnittsgröße der Hechte relativ hoch; Fische ab 70cm sind die Regel, kleinere eher die Ausnahme, große Fische über 85cm keine Seltenheit. So konnte ich in mittlerweile fünf Jahren „Polderfischen“ auch diverse starke Fische über 90cm fangen – tolle Gegner für die Fliegenrute!

Polder-Phänomene

Etwa 50% meiner Angeltage widme ich ausschließlich dem Hecht. So kommt es, dass ich über das Jahr verteilt an den verschiedensten Gewässern den schnellen Gesellen nachstelle und immer wieder interessante Unterschiede im Verhalten der Hechte feststellen kann.

An den Poldern gilt vor Allem eins; „snoeken is zoeken“ - Hechtfischen ist Suchen! Und dies gilt in zweierlei Hinsicht; Zum Einen gilt es Hotspots ausfindig zu machen, die sich durch Tiefe, Struktur oder Wassertemperatur und -trübung von anderen Gewässerabschnitten unterscheiden – in Holland ist dies besonders schwierig, da es unfassbar viel Wasser gibt und vieles gleich aussieht. Und nur am Futterfisch orientieren, wie ich es gerne auf großen Binnenseen tue, hilft nicht viel - denn den gibt es im Polder quasi überall. Stumpfes Strecke-machen bringt also genau nichts, wenn man am falschen Kanalsystem steht.

Zum Anderen verspricht ein Hotspot nicht automatisch Fangerfolg. Die Polderhechte haben relativ deutlich ausgeprägte Aktivitäts- und Fressphasen. Außerdem sehen die Fische eine Menge Köder, werden regelmäßig gefangen und zurück gesetzt. Man muss also auch nach aktiven Fischen suchen oder viel Geduld mitbringen, um inaktive, vorsichtige Hechte zum Biss zu überreden.

Die beschriebenen Anstrengungen werden jedoch umfassend belohnt, wenn der erste Hecht den Streamer inhaliert. Knallharte Bisse auf kurze Distanz, fetzige Drills auf engem Raum und wunderschöne, dicke Hechte sind der Lohn des Polderfischers.

Polder-Problem

Man merkt, ich mag diese Angelei. Auch noch nach dem letzten, gerade vergangenen Trip. An drei Tagen hatte ich zwei Bisse. Die Angelei war zäh und anstrengend, die Hechte absolut inaktiv. Dazu kamen bis zu 35 kn Wind – ohne meine „wasserabweisenden“ Synthetik-Streamer und die „extra-solide“ Rute hätte ich keinen Wurf tun können. Der erste Biss wurde von einem ca. 75er Hecht produziert, der mir kurz vor der Landung den Streamer entgegengespuckt hat. Den Ausgang des zweiten Bisses könnt ihr im beigefügten Video ansehen. Eine 97er Hecht-Dame zog sich auf 20 Meter Distanz meine widerhakenlose Synthetik-Fischimitation hinter die Fangzähne und lieferte einen spannenden Drill, den ich kompromisslos in kurzer Zeit für mich entscheiden konnte. Ebenso schnell wie die Kapitale aus dem Wasser war, ging sie auch zurück - vielen Dank und bis zum nächsten Mal!

Ich werde auch in einem Jahr wieder vor Ort sein. Wieder voll motiviert, wieder im Polder-Modus.

Petri!

 

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Mein Polder-Setup:

  • Rute: Fly-Zone „The-Nine“ #990-4, deep fast action.
  • Rolle: Vosseler S3 – schwarz.
  • Schnur: Guideline Pike WF9F
  • Streamer: Fly-Zone „Predator-Collection“

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  • Cool!

    Tolles, kurzweiliges Video. Bitte mehr :))